Smartwatch

Smartwatch

Smartwatch – Herrenuhren

Eine Smartwatch (englisch für schlaue Uhr) ist eine Armbanduhr, die zusätzlich über Sensoren, Aktuatoren (z. B. Vibrationsmotor) sowie zusätzliche Computerfunktionalität und -konnektivität verfügt. Aktuelle Smartwatches können neben der Uhrzeit weitere Informationen darstellen und lassen sich meist über zusätzliche Programme (sogenannte Apps) vom Anwender individuell mit neuen Funktionen aufrüsten.

Geschichte

Nach der Handyuhr, die seit den 1930er Jahren durch Detektiv Dick Tracy, Knight Rider und andere als Spionage-Gadget gilt und mit einer eigenen SIM-Karte betrieben wird, entstand durch die Synchronisation mit Smartphones auch die Smartwatch. Die grundlegende Funktion von Smartwatches war die Darstellung von Informationen, die üblicherweise das Handy/Smartphone dem Nutzer mitteilt, beispielsweise über eingehende SMS oder Name des aktuellen Anrufers. Dadurch sollte erreicht werden, dass das Smartphone nicht jedes Mal aus der Tasche geholt zu werden braucht. Durch die Konnektivität wurden weiterhin die Darstellung von Wetterinformationen, Web-2.0-Nachrichten etc. möglich. Durch die Nutzung von neuen Konzepten Sensor-Fusion, der Mensch-Maschinen-Schnittstelle und neuen Bedienkonzepten wurden zahlreiche neue Anwendungsgebiete erschlossen.

Gerätehistorie

  • Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2003 in Las Vegas stellte Microsoft seine SPOT-Uhr[1] (Smart Personal Objects Technology) vor, die bereits ausgewählte Informationen aus dem Internet visualisieren konnte.
  • 2008 stellte Sony Ericsson die MBW-150 vor, die neben Informationsdarstellungen zum Beispiel auch die Musikwiedergabe des Handys mittels Bluetooth steuern konnte.
  • Die Chronos[2] von Texas Instruments wurde 2010 in den deutschen Markt eingeführt und wies als Besonderheit die Nutzung von Beschleunigungs- und Luftdrucksensoren auf.
  • Die Meta Watch[3] konnte seit 2011 mit Android-Smartphones kommunizieren.
  • In demselben Jahr wurde die Schweizer Notrufuhr Limmex[4] mit eingebautem Handy auf den Markt gebracht.
  • Seit 2012 sind Sony SmartWatch[5] mit Farbdisplay, Pebble[6] mit E-Paper-Display, I’m Watch,[7] WIMM One[8] und inPulse[9] von Verizon Wireless angekündigt oder verfügbar. Ferner sind Modelle von Casio[10] und VEA[11] angekündigt oder verfügbar.
  • Im Juni 2013 kündigte Sony den Nachfolger Smartwatch 2[12] (SW2) an.
  • Seit September 2013 gibt es die Samsung Gear-Reihe.
  • Weitere Projektvorstellungen im Jahr 2013 sind Agent[13] und Kreyos Meteor.[14] Letzteres stellt bis dato das erste Smartwatchmodell dar, das über Gestenerkennung und Sprachsteuerung verfügt.
  • Mit Android Wear stellte Google eine Smartwatch-Plattform vor, die, gekoppelt mit einem Android-Smartphone, automatisch relevante Informationen anzeigt und eine tiefe Integration der Google-Sprachsuche bietet. Erste Geräte sind die LG G Watch und die Samsung Gear Live.
  • Anfang 2014 kündigte Motorola mit der Moto 360 die erste runde Smartwatch an.[15] Die Uhr kam im November 2014 zusammen mit der LG G Watch R auf den Markt. [16]
  • Am 9. September 2014 stellte Apple die Apple Watch vor. Sie erscheint in drei Versionen, der Apple Watch, Apple Watch Sport und Apple Watch Edition. [17]
  • Im Februar 2015 kündigten gleich drei traditionelle Schweizer Uhrenhersteller eigene Smartwatches an. Die beiden Hersteller Mondaine (mit dem Modell Helvetica 1 Smartwatch), Zürich,[18] und Frédérique Constant, Genf, kombinieren eine traditionelle Quarzarmbanduhr und analoge Zeigeranzeige mit zusätzlichen Fitness- und Weckerfunktionen, welche jedoch nur zusammen mit einem Smartphone oder Tabletcomputer nützlich sind. Solche Lösungen haben zwar einen beschränkten Funktionsumfang, sind jedoch wesentlich stromsparender als Smartwatches mit elektronischer Digitalanzeige und Hintergrundbeleuchtung. So hat die Uhr von Frédérique Constant eine Batterienutzungsdauer von über zwei Jahren.[19] Die Swatch Touch Zero One hat einen gewölbten Bildschirm mit einem Touchscreen und integrierte Fitnessfunktionen. Später sollen Ausführungen mit integrierter Bezahlfunktion und/oder zum Betätigen elektronischer Türschlösser folgen. Dabei wird auf standardisierte drahtlose Übertragung vom Typ Near Field Communication (NFC) gesetzt.[20]

Beschreibung

Smartwatches verfügen über die Baugröße von Armbanduhren, können jedoch weitere Informationen zum Beispiel über das Display darstellen, den Nutzer zum Beispiel durch einen Vibrationsalarm informieren, sowie die aktuelle Situation über die Sensorik erfassen. Dadurch kann der Verbraucher beobachtet und situationsspezifisch unterstützt werden durch Interaktionen Befehle ausführen, um andere Geräte zu steuern.

Die Smartwatches verwenden derzeit (Stand 2012) proprietäre Betriebssysteme oder Android. Google kündigte im März 2014 eine eigene Android-Version für Smartwatches und vergleichbare Geräte mit dem Namen Android Wear an.[21]

Die Betriebsdauer einer Smartwatch ohne Wiederaufladung ist stark durch die Art der Anzeige, die Elektronikkomplexität und die Konnektivität beschränkt. Herstellerangaben geben Laufzeiten von 1 Tag (Apple Watch) bis 2 Jahren an.

Anwendungsgebiete

Smartwatches sind typische Produkte für Privatanwender, aber auch im industriellen Umfeld anwendbar.[22] Durch die Sensorik ist das Erkennen von Anomalien möglich, was beispielsweise die Anwendung für ältere Menschen (Sturzerkennung, Assistenz, Epilepsie), bei gefährdeten Arbeitsplätzen oder medizinische Anwendungen erlaubt. Klassische Anwendungen sind auch Uhrzeitangaben durch Vorlesen der Uhrzeit, Erinnerungsfunktionen, Zeiterfassung, Benachrichtigungen oder die Aktivitätserkennung. Weitere Anwendungen sind die erleichterte Zeit- und Alarmeinstellung der Uhr vom entsprechenden Smartphone aus, ein Signal zum Auffinden eines verlegten Handys oder die Freigabe einer Sammlung von heiklen Daten (Passwörter, usw).[23]

Prognosen zu Absatz und Umsatz in Deutschland

Im September 2015 veröffentlichte der Digitalverband Bitkom Prognosen für den deutschen Markt,[24] nach denen Smartwatches im Gesamtjahr 2015 voraussichtlich Umsätze von insgesamt 169,2 Millionen Euro erzielen. Die Absatzzahl wird auf rund 645.000 Geräte geschätzt. Laut Bitkom liegt der Durchschnittspreis für eine Smartwatch 2015 bei 262 Euro.[25]


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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
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